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Seebrücke

Bei Angelwetter konnte man Bruno, der schon mit Pauls Vater befreundet gewesen war und seit dessen Tod in den Neunzigern dieselbe tiefe Freundschaft mit Paul pflegte, meist auf der Seebrücke finden. Heute war Angelwetter, trotzdem standen nur zwei Angler in den Ausbuchtungen der Brücke. Seinen Stammplatz am Brückenkopf, mit dem Bruno fast verwachsen schien, hatte er für sich allein.
»Was verschafft mir die Ehre? Braucht ihr noch was fürs Abendessen?« Er lachte unter seine Mütze hervor und deutete auf den Eimer neben ihm, in dem schon ein paar ordentliche Dorsche lagen. »Bedient euch.«

 

 

Angler wie Bruno findet man auf der Seebrücke zu (beinah) jeder Tageszeit, ungeachtet der Tatsache, dass es dafür eigentlich vorgesehene Uhrzeiten gibt. Für Angler ist aber wohl eher das Wetter maßgeblich als die Uhrzeit. ;-)

Die erste Brücke war ganz aus Holz, und auch wenn sie irgendwann verlängert wurde, hat sie die Zeiten, das Wetter, das Eis im Winter nicht überstanden. Viele Jahrzehnte mussten die Wustrower ohne Brücke auskommen, bis sie Anfang der 1990er Jahre wieder erbaut wurde - diesmal auf Stahlpfeilern. 2014 hat sie ein herausragendes Merkmal erhalten, nämlich das neue Leuchtfeuer.